1 — Forscher
Die erste Linie muss sich die Dinge zuerst erarbeiten. Solange sie keinen festen Boden unter den Füßen hat, bewegt sie sich nicht — und wenn sie sich bewegt, weiß sie, warum. Das ist meist derjenige, der in der Gruppe die Grundlagen besser kennt als alle anderen. Ihr Schatten ist das Studium, das nie zu einem Schritt wird.
2 — Einsiedler
Die zweite Linie kann etwas, das sie nie gelernt hat, und schätzt es deshalb auch nicht — für sie ist es selbstverständlich. Sie muss eine Weile allein sein, sonst erschöpft sie sich. Und sie braucht, dass jemand von außen sie ruft, denn von selbst bietet sie sich nicht an. Ihr Schatten ist das Verstecken, auch wenn der Ruf kommt.
3 — Märtyrer
Die dritte Linie lernt durch Anstoßen. Sie versucht es, es klappt nicht, und genau dadurch findet sie heraus, was funktioniert — sie hat ein Wissen, das aus keinem Buch zu holen ist. Die Menschen ringsum sehen das manchmal als Chaos. Ihr Schatten ist, jeden Misserfolg als eigenes Versagen zu nehmen statt als Ergebnis eines Versuchs.
4 — Opportunist
Die vierte Linie lebt von ihrem Beziehungsnetz. Gelegenheiten kommen nicht über eine Anzeige, sondern über Bekannte — und deshalb sind Treue und Kontaktpflege für sie buchstäblich existenziell. Ihr Schatten ist, am Alten festzuhalten, solange das Neue nicht sicher ist.
5 — Häretiker
Die fünfte Linie zieht Projektionen an: Menschen sehen in ihr einen Retter, noch bevor sie sie kennen. Wenn sie hilft, ist sie ein Held; wenn sie nicht hilft, fällt sie hart, denn sie fällt aus einer fremden Vorstellung. Ihr Schatten ist, mehr zu versprechen, als sich tragen lässt, nur damit diese Vorstellung hält.
6 — Vorbild
Die sechste Linie hat ein Leben in drei Teilen. Bis dreißig lebt sie wie die dritte — probiert und stößt an. Dann zieht sie sich etwa zwanzig Jahre zurück und beobachtet. Und nach fünfzig kehrt sie zurück als diejenige, der man glaubt, weil sie alles selbst durchlebt hat. Ihr Schatten ist die Ungeduld in dieser mittleren, stillen Zeit.